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Charly Werder News
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of Switzerland
Knonauerstrasse 7
P.O. Box 628
6330 Cham

Telefon +41 79 208 77 63

E-Mail: info@charlywerder.ch

Familienchronik,

Karl & Anna-Helena Werder-Müller
mit den Söhnen Hans & Karl



Zum Entstehen des Familiennamens "Werder" sagt der Stammbaum folgendes aus:

Wie auf dem aargauischen Reussufer bei Rottenswil, so entstand dieser Familienname auch diesseits aus der Wohnsitzbezeichnung "am Werd" das heisst am Flussufer. Peter Werder wurde 1416 Tinggenosse in Hünenberg. Hans Werder war 1462 Amtmann des Klosters Frauental. Nach dem Jahr 1500 erscheint das Geschlecht auch auf dem Einsiedler Hofe Halten zu Lindencham (Z.W.B), in Steinhausen sind die Werders nach dem dortigen Taufbuch seit 1627 bezeugt. - Ausgefertigt, beglaubigt und gezeichnet im Winter 1945 / 46 von Emil Villiger im Neugut zu Cham.

(Urheberechtlich im Eigentumsrecht geschützt von Karl Werder-Müller Cham, 1955). Das gesamte Werk, die Chronik vom Verfasser Charly Werder in Form von Text und Bild ist urheberechtlich unter ChRW-310847 eingetragen, registriert und somit geschützt - Cham 2015.



Liebe Freunde und Bekannte unserer Familien

Karl und Anna-Helena Werder-Müller (meine Grosseltern), wie auch dessen Söhne Hans und Karl mit ihren Ehefrauen Augusta und Rosa, zählen längst zur Vergangenheit. Mit anderen Worten: Unsere Familien haben in den vergangenen 150 Jahren Geschichte geschrieben. Jetzt, 2015 ist die Zeit gekommen, dass ich, Karl-Richard genannt (Charly Werder), Sohn des Karl und der Rosa Werder-Scherer aus der Staffel der dritten Werder Generation, versuche die Spuren aufzusuchen, welche unsere Grossväter, Väter, Onkel und Tanten hinterlassen haben. Es ist Zeit, die Lebenswerke unserer Pioniere, der Vorfahren und gleichzeitigen Jubilare entsprechend zu würdigen.

Erlauben Sie mir, aus meiner eigenen Perspektive beeindruckende historische Archivbilder mit kleinen Texten zum damaligen Zeitgeschehen offen zu legen. Aufzuzeigen, welches vielseitige Wirken mit den Zusammenhängen von drei gelebten Generationen auf einer mehr als 150 jährigen Reise aus der Vergangenheit, bis hin zur Handy-verwöhnten, Pizza-Pet-Generation in Erinnerung zu rufen.

Die vollständige Chronik (150 A4-Seiten) ist zurzeit in Arbeit; sie erscheint in Buchform ab 5. März 2017





Das Foto mit meinen Eltern Karl & Rosa Werder-Scherer entstand 1952 im Atelier von Frau Blatter, der damaligen Hausfotografin unserer Familien zu einem Zeitpunkt, wo mein Grossvater Karl Werder-Müller der Erste die Weichen für die Zukunft seiner Söhne Hans und Karl stellte. Ebenfalls zu dieser Zeit befasste ich mich mit dem Lesen meines ersten Buchs "RÖSSLI HÜ", welches ich zu Weihnachten von meinen Eltern bekam. Ich lade Sie ein, mit mir gemeinsam in die Zeitepoche einzutauchen, welche uns unsere Eltern als die sogenannten "goldenen Zwanzigerjahre" schmackhaft machten.

In unregelmässigen Abständen veröffentliche ich, "Wer? der Charly" an dieser Stelle erste Auszüge des Gesamtwerkes aus der Chronik meiner Familie.
 

Dieses Haus an der KS-7 in Cham war nicht nur Mittel zum Zweck, es hat Geschichte geschrieben und unsere Familien geprägt!



Das Dreigenerationenhaus war über Jahrzehnte der Firmen- und Familiensitz der Werders, es war auch mein Geburts- und Elternhaus an der Knonauerstrasse in Cham. Erbaut wurde das Wohn- und Geschäftshaus im Jahr 1903 durch den damaligen Kupferschmied Meier. Es handelte sich um einen Teilriegelbau mit Dachkreuzgebälk. 1920 erwarben meine Grosseltern die Liegenschaft durch die Vermittlung einer Frau Elsener-Schöni, zum Preis von Fr. 40‘000.--. Zur Zeit der Kaufverhandlungen und der Übernahme bewohnte Adolf Temperlin noch einzelne Räume der Liegenschaft 288 a. Diese Information stammt aus dem handgeschriebenen Kaminfeger-Heft, datiert vom 18. März 1919, welches noch als Original vorliegt. Übrigens: Die Knonauerstrasse, der direkte Weg ins Säuliamt nach Affoltern a/A, wurde im Jahr 1846 angelegt. Schon ein Jahr später, 1847 marschierten über 10‘000 Mann der eidgenössischen Truppen aus Zürich kommend über die Pflastersteine der neuen Knonauerstrasse durch das Milchsüdidorf Cham nach Luzern.

Die siebenstufige Doppeltreppe aus Granitstein führte vom Trottoir direkt zum bereits bestehenden Kolonialwarenladen meiner Grossmutter Anna-Helena, die mit viel Leidenschaft ihr Geschäft betrieb. In den zwei hochgestellten Schaufenstern mit sogenannten Montern aus Wellblech, wurden Markenprodukte wie zum Beispiel MAGGI- und KNORR-SUPPEN oder Kaffee-HAG, wie auch Nestlé Schokoladen präsentiert.

Ein aus der Hand gemalter Schriftzug "C.WERDER-MÜLLER", gefertigt von Nachbar und Malermeister Paul Rast Senior, war zu dieser Zeit ein Zeichen des Fortschritts. Es war ebenfalls Paul Rast, der an der linken Hausecke den rot-blau-gelb-grünen Schriftzug "C.WERDER" gestaltete. Diese bunten Buchstaben an der Hausfassade passten der Obrigkeit im Gemeindehaus gar nicht ins Dorf Bild. Mit bösen Briefen an- und von der KS-7 fand ein unschöner Schriftverkehr an die Adressen von Paul Rast und Karl Werder-Müller statt. Zeit für das schwarze Kabinett – die Müllerinnen – die Streitigkeiten selbst an die Hand zu nehmen. Wie es die Müller Schwestern geschafft haben, die Streitigkeiten zu begraben, ist leider nicht bekannt. Tatsache ist, dass die bunten Schriftzüge unverändert während mehreren Jahrzehnten bis 1957 am Haus lesbar blieben. Und genau diese und weitere Schriftzüge der nächsten Generationen waren immer wieder für Auseinandersetzungen zwischen Behörden und Familienmitgliedern gut. Die farbigen Buchstaben waren und blieben ein Zankapfel auf weitere fünfzig Jahre.

Die Räumlichkeiten im Innern des Ladens bestanden hauptsächlich aus dem Kolonialwaren-Geschäft selbst und einem Rüstmagazin, welches mit zwei Waagen ausgestattet war. Auch ein aus Holz gebauter Eiskasten, welcher stetig mit grossen Eisblöcken nachgefüllt werden musste, befand sich im Haus. Der Lebensmittelladen war damals verbunden mit der Wohnstube und der Familienküche. Die Stube war ausgestattet mit einem Kachelofen inklusive Sitzecke, sowie einem kleinen Fach zum Aufwärmen von Kirschsteinen war gleichzeitig das berühmte Sitzungszimmer der Damen vom schwarzen Kabinett. Nicht vergessen darf man das alte, schwarze Wandtelefon, mit den eingetragenen Telefonnummern (6‘1435) – später (36‘1435). Wie man auf dem Bild sehen kann, war die Knonauerstrasse noch vollständig mit Pflastersteinen belegt. Ein erster gröberer Umbau der Hausfassade und des Kolonialwarenladens zum neuen USEGO-Geschäft, fand im Juli 1957 durch meine Eltern Karl und Rosa Werder-Scherer statt.



Am 15. Juli 1975 – es war ein sehr heisser Tag – brannte das obere Drittel samt Dachstuhl der KS-7 vollständig aus. Durch die extreme Sonnenbestrahlung eines Glasziegels erhitzte dieser die darunter gelagerten Akten aus Papier, welche sich in der Folge selbst entzündeten. Ein Teilneubau war unumgänglich. Im November 1975 konnte das total neurenovierte Geschäftshaus wieder bewohnt werden. Als erster Mieter bezog ich, Charly Werder, erneut die Dachwohnung mit den Geschäfts- und Lagerräumen. Rückblickend darf ich sagen, dass ich seit 1947 der Hausbewohner bin, der am längsten in der 1903 erbauten Liegenschaft in dem geschichtsträchtigen Generationenhaus wohnen durfte.
 

Die Werder Lastwagen Flotte, welche in Cham Geschichte schrieb:



Der Kleinlaster Ford der Serie 30-AA-Truck aus den 30er Jahren, mit Sicherheit aus den Anfängen des Unternehmens Karl Werder-Müller, aufgenommen vor dem Kolonialwarenladen meiner Oma, der Anna-Helena Werder-Müller an der Knonauerstrasse 7 in Cham. Im Bild zu sehen mein Grossvater Karl Werder-Müller als stolzer Besitzer seines vermutlich ersten Kleinlasters in Funktion der offiziellen Post- und Bahn-Camionnage Cham.



1942 kauft mein Grossvater Karl Werder-Müller einen weiteren grösseren Lastwagen. Dabei handelt es sich um ein ganz spezielles Modell, ein Ford Wehrmacht LKW, G 995 der Deutschen Armee. Der Brückenlaster, ausgerüstet mit einem 3,9 L Benzinmotor – 8 Zylindern – V8 mit Seitenventilen verfügt über 95 PS. Wie und zu welchem Preis mein Grossvater das geschichtsträchtige Vehikel erworben hat, ist leider unbekannt. Tatsache hingegen ist, dass mein Vater Karl Werder-Scherer bis zur Firmensplittung im Januar 1955 mit diesem Wehrmachts-Ford die offizielle Post- und Bahn-Camionnage in Cham bediente. Doch eines Tages, man schreibt das Jahr 1944, wurde der Ford mit getrennter Frontscheibe von den Behörden als Einsatzfahrzeug in Militär-Bereitschaft zu Gunsten unserer eigenen Armee sichergestellt. Anstelle des LKW’S überbrachten die Verantwortlichen Schreibtischtäter der Gemeinde ein Pferd mit Wagen an die Haustür meines Vaters. Damit sollte also mein Papa die Post- und Bahn-Camionnage bewältigen.



Indessen stand Vaters Laster regungslos auf dem Gemeindehausplatz, angeblich für einen möglichen Mobilmachungseinsatz. Karl der Zweite (mein Vater) erkannte eines Tages die Gelegenheit: Er tauschte in der Nacht das Pferdefuhrwerk eigenmächtig mit dem ihm gehörenden Laster aus. Mit anderen Worten, er klaute mit seinem Zweitschlüssel seinen eigenen Laster zurück. Es dauerte nur wenige Stunden, bis dass die Heerespolizei an der KS-7 in Cham erschien. Vater Karl Werder wurde auf der Stelle verhaftet, mitgenommen und er landete für eine Woche in der sogenannten Kiste (Spritzenhaus). Am Rande sei vermerkt, dass der Wehrmachts-Ford am Tage seiner Auslieferung 1942 damals an Grossvaters Unternehmen Karl Werder-Müller & Söhne, von Fotograf Marfurt aus Cham abgelichtet wurde. Die Aufnahme entstand auf dem damaligen Parkplatz bei der Friedhofmauer an der Seestrasse, direkt neben der ehemaligen Kaffeerösterei von Fritz Wolf. Im Hintergrund noch sichtbar das ehemalige Ritterhaus.



Der Wehrmachts-Ford des Unternehmens Karl Werder-Müller & Söhne im Einsatz bei Aushubarbeiten der Überbauung Schlosshof Cham. Am Steuer des historischen Lastwagens sass Sohn Hans Werder. Die Arbeiter sind aus dem Bautrupp von Bauunternehmer Emil Reggiori Cham.



Dieses Archivbild aus dem Jahr 1944 zeigt den Zügelwagen "Magirus Deutz" des Familienunternehmens Karl Werder-Müller & Söhne. Am 1. Januar 1955 überschrieb mein Grossvater Karl das Transportunternehmen an Onkel Hans Werder-Häfner. Das historische Fahrzeug mit dem auswechselbaren Holzaufbau stand unter anderem auch für eine Szene in einem der ersten Schweizer Spielfilme in den Gassen der Zuger Altstadt vor der Kamera. Ein Vermerk aus den Akten erinnert an einen speziellen Umzug mit dem "WERDER ZÜGELWAGEN". Im Herbst 1940, damals, nach der sehr harzigen Wahl des neuen Dorf Pfarrers Josef Muff am 8. September 1940 mussten die Muskelmänner das Mobiliar des frisch gewählten katholischen Pfarrers von Luzern in sein neues Domizil nach Cham zügeln. Unter den diversen Utensilien befand sich auch ein älteres, sehr schweres Hochklavier. Da Hochwürden Pfarrer Muff beim Umzug stets anwesend war, durfte nicht geflucht werden, was sich bei den Umständen für das Zügelteam als äusserst schwierig erwies.



Besondere Merkmale am Fahrzeug (Magirus) sind zum Beispiel die aufklappbare Frontscheibe und das massive Trittbrett mit der Werkzeugkiste. Nicht zu vergessen die Telefonnummer (99) und die Autonummer (3365 M), welche aus der Zeit der Mobilmachung stammt. Aufgenommen hat das Foto ebenfalls wie den Wehrmachtslaster, Fotograf Marfurt. Das Bild entstand in der noch heute existierenden Linkskurve an der Seestrasse in Cham. Im Hintergrund ist noch die Bootshütte beim Lorzenausfluss erkennbar. Die Flotte der Werder Lastwagen wurde zur Hauptsache von den Söhnen Hans und Karl Werder gefahren. Ende der Vierzigerjahre kam Fridel Stuber ins Team der Chauffeure, welche Transporte von Möbeln, Baustoffen, Kies, Kohle und weiteren Utensilien wie Mineralwasser realisierten.



Der umgebaute Magirus Deutz, beladen mit Schweinen, steht vor dem Geschäftshaus von Karl Werder & Söhne an der Knonauerstrasse 7 in Cham, bereit für die Abfahrt zum Schlachthof nach Zürich.



Karl Werder-Müller und Söhne, das waren die Junioren von Karl dem Ersten, Hans und Karl, welche bis Januar 1955 gemeinsam das Transportunternehmen in Cham betrieben. Das Foto zeigt einen weiteren Lastwagen (Saurer, Baujahr zweite Hälfte der Vierziger) aus dem Familienunternehmen der Werders bei Bauarbeiten auf der ehemaligen Boogwiese an der Gartenstrasse Cham. Im Hintergrund zu sehen ist eines der bekannten Riegelhäuser aus den goldenen Zeiten der damals blühenden Papierfabrik Cham.



Fortsetzung folgt...